Der Prime gibt mir die Ehre

HP PrimeIn den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit, eine Vorabversion des HP Prime Graphing Calculator auszuprobieren, ein innovativer Taschenrechner mit Multi-Touch Farbdisplay, CAS und Apps. Das Gerät wurde mir freundlicherweise von der Firma Sesco Trading AG – dem Schweizer Vertriebspartner von Hewlett Packard Taschen­rechnern – zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank für diese tolle und einmalige Gelegenheit!

Der Rechner kommt in der heute üblichen Sichtverpackung. Mit dabei sind ein Schutzdeckel, ein USB Kabel für die Verbindung mit einem Computer, ein weiteres USB Kabel für die Verbindung mit einem anderen HP Prime Rechner, ein USB Netzteil, eine gedruckte Schnellstart-Anleitung sowie einen Software CD. Meine erste Aufgabe nach dem Auspacken war, die Firmware zu aktualisieren, was problemlos und schnell bewerkstelligt war. Das lässt hoffen, dass HP allfällige Bugs mit einem Update schnell behebt und vielleicht ab und zu auch ein Upgrade mit zusätzlichen Apps oder neuen Funktionen bereitstellt.

Äusserlichkeiten

Der Rechner mit seiner gebürsteten Metalloptik gefällt, und zwar nicht nur mir, auch meine Frau und meine Tochter, die mit Taschenrechnern sonst eher wenig am Hut haben, finden den HP Prime „schick“. Verglichen mit andern Taschenrechnern dieser Leistungsklasse ist der HP Prime recht kompakt, sehr dünn und mit 180g ein Leichtgewicht. Er passt zwar nicht unbedingt in die Hosentasche, dafür umso besser in die Akten- oder Schultasche.

Der HP Prime macht einen soliden, gut gefertigten Eindruck. Wenn man die beiden Schrauben auf der Rückseite löst, kommt ein 1500 mAh Lithium-Ionen Akku zum Vorschein. Dieser sollte genügend Energie speichern, um auch mit dem strom­hungrigen Farbdisplay nicht ständig auf eine Lademöglichkeit angewiesen zu sein. Messungen dazu habe ich aber bisher keine gemacht. Die Tastenbeschriftung ist in schwarz/weiss, blau (SHIFT) und orange (ALPHA) gehalten. Für meine nicht mehr ganz so jungen Augen bietet Orange auf Weiss zu wenig Kontrast. Bei schlechten Lichtverhältnissen hatte ich zuerst Mühe, den richtigen Buchstaben zu finden. Doch mit der Zeit weiss man die Tastenbelegung (fast) auswendig. Die Tastatur ist präzis und hat einen angenehmen, gut spürbaren Druckpunkt. Ein Pluspunkt, der auch HP Fans alter Schule sehr freuen dürfte.

Touch Me

Das 8.9 cm grosse TFT Touchscreen Display ist gut leserlich. Der Kontrast kann, wie man es von früheren Modellen her kennt, auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt werden. Die Auflösung beträgt 320 x 240 Pixel. Soweit ich feststellen konnte, kann der Bildschirm pro RGB Kanal 32 Farbabstufungen und somit 32768 Farben darstellen. Mit diesen Fähigkeiten kann man hübsche Grafiken auf den Bildschirm zaubern! Bei der Bedienung des Taschenrechners hat man die Auswahl zwischen Tastatur und Bildschirm. Einzige Ausnahme ist das Menu am unteren Bildschirmrand, das nur auf Berührung reagiert. Die einzelnen Menueinträge hingegen haben alle einer Nummer, so dass die Auswahl auch via Tastatur erfolgen kann. Für häufig genutzte Menubefehle sicherlich eine willkommene Abkürzung.

Das ein Touchscreen auch auf einem Taschenrechner Sinn macht, zeigt sich zum Beispiel, wenn man Funktionen zeichnet und den dargestellten Ausschnitt verschieben möchte. Das geht mit den Fingern viel einfacher und komfortabler! Was ich aber nicht verstehe, ist, dass man den Zoomfaktor nicht per Geste ändern kann. Auch in anderen Bereichen wird das Potential des Touchscreens noch nicht richtig ausgenutzt. So kann man im Programmeditor Text nicht per Gesten auswählen, sondern nur umständlich per Tastatur. Beim Scrollen durch längere Listen funktioniert das von Smartphones bekannte „anschubsen“ nicht, und man muss sich durch ständige Fingerbewegungen durch die Liste kämpfen. Zugegeben, die Hardware eines Taschenrechners ist systembedingt nicht so leistungsfähig wie die eines Smartphones, und Apple beschäftigt nicht nur aus Spass Heerscharen von (GUI) Designern. Aber das eine oder andere Detail lässt sich bestimmt noch nachbessern. Taschenrechner-Puristen mögen hier anmerken, dass man überhaupt auf ein Touchscreen hätte verzichten sollen. Das stimmt aber nicht, denn für einen Rechner mit solchen graphischen Fähigkeiten ist das Touchscreen eine tolle Ergänzung und ermöglicht eine intuitive Bedienung, wie man sich auch von anderen Geräten gewöhnt ist.

Apps

Was wäre der heutige Mensch ohne die passende App für jede Lebenssituation? Auch im HP Prime stellen die Apps viele nützliche Anwendungen zur Verfügung. Insgesamt werden 18 Apps mitgeliefert, z.B. zum Zeichnen von Funktionen und sogar beliebiger Relationen in der X-Y Ebene, für finanzielle, statistische und geometrische Frage­stellungen, für das Lösen von Gleichungen und so weiter. Die meisten Apps bieten drei Ansichten. In der symbolischen Ansicht werden die Funktionen oder Relationen eingegeben. In der graphischen Ansicht werden diese gezeichnet, und in der numerischen Ansicht sieht man die einzelnen Funktionswerte. Für jede dieser Ansichten kann man verschiedene Einstellungen vornehmen.  Die Ansichten lassen sich auch kombinieren, so dass man in der linken Bildschirmhälfte den Funktions­graphen sieht, und in der rechten die Funktionswerte. Mittels Cursor kann man einzelne Punkte auf der Kurve anfahren und die Funktionswerte ermitteln. Das ganze Konzept ist einfach zu begreifen und zu benutzen, und man kommt schnell zu interessanten und schönen Ergebnissen. Als kleines Beispiel soll die Rosenkurve dienen, die ich ein einem früheren Beitrag behandelt habe:

  • „Polar“ App starten
  • in der symbolischen Ansicht die Gleichung eingeben (sin(k?))
  • in der „Home“ View den gewünschten Wert für die Variable k eingeben
  • die Taste „Plot“ drücken

und schon hat man eine Rosenkurve gezeichnet. Viel einfacher geht es nicht mehr. Man kann nun die Kurve für verschiedene Parameter auf einfachste Weise zeichnen. Diese spielerische Komponente ist gerade im schulischen Bereich nicht zu unterschätzen und kann sehr hilfreich sein, das Interesse für Mathematik zu wecken. Ein weiteres Beispiel dazu ist die „Trig Explorer“ App. Durch Ziehen und Schieben der Sinuskurve sieht man sofort, welche Parameter der Gleichung y=a*sin(b*x)+c welchen Effekt auf die Kurve haben. Dass dabei die Kurve in Echtzeit praktisch ohne wahrnehmbare Verzögerung gezeichnet wird, zeigt auch, dass der HP Prime ganz schön schnell ist!

Nebst solch eher spielerischen Anwendungen gibt es natürlich auch die „ernsthaften“ Apps, z.B. zum Lösen von Gleichungen oder geometrischen Problemen. Man kann auch Schnittpunkte von oder Flächen zwischen Kurven berechnen und anzeigen, oder eigene, spezialisierte Apps ableiten und vieles mehr. Allein, die Zeit, die ich zur Verfügung hatte, war beschränkt.

Programmierung

Besonders gefreut habe ich mich, dass der HP Prime eine strukturierte, leistungsfähige und recht einfache Programmiersprache anbietet. Als Beispiel habe ich ein Programm erstellt, dass die Evolution eines 1-dimensionalen zellulären Automaten auf dem Bildschirm darstellt:

CADraw(Pop,Y,Color)
BEGIN
 LOCAL I;
 FOR I FROM 1 TO 320 DO
  PIXON_P(I-1,Y,Color(Pop(I)+1));
 END;
END;

CARun(Rule,Pop)
BEGIN
 LOCAL Color,Sum,I,J,A,B,C;
 Color:={RGB(0,0,0),RGB(255,0,0),RGB(0,255,0),RGB(0,0,255)};
 RECT();
 CADraw(Pop,0,Color);
 FOR J FROM 1 TO 239 DO
  A:=Pop(320);
  B:=Pop(1);
  C:=Pop(2);
  // offset sum to avoid addition at rule access
  Sum:=A+B+C+1;
  Pop(1):=Rule(Sum);
  FOR I FROM 2 TO 319 DO
   Sum:=Sum-A;
   A:=B; B:=C; C:=Pop(I+1);
   Sum:=Sum+C;
   Pop(I):=Rule(Sum);
  END;
  Sum:=Sum-A+Pop(1);
  Pop(320):=Rule(Sum);
  CADraw(Pop,J,Color);
 END;
 FREEZE; 
END;

EXPORT CA2D(Rule,Pop)
BEGIN
 IF SIZE(Rule)#10 THEN
  MSGBOX("Rule must be list of size 10 ");
 ELSE
  IF SIZE(Pop)#320 THEN
   MSGBOX("Pop must be list of size 320");
  ELSE
   CARun(Rule,Pop);
  END;
 END;
END;

EXPORT Rule1()
BEGIN
 RETURN {0,1,2,0,1,3,3,2,3,0};
END;

EXPORT Rule2()
BEGIN
 RETURN {0,1,2,0,3,0,2,2,3,0};
END;

// there are many more interesting rules
// ...

Pop1X(V)
BEGIN
 LOCAL Pop;
 Pop:=MAKELIST(0,K,1,320,1);
 Pop(160):=V;
 RETURN Pop;
END;

EXPORT PopR()
BEGIN
 RETURN MAKELIST(RANDINT(0,3),K,1,320,1);
END;

EXPORT Pop1()
BEGIN
 RETURN Pop1X(1);
END;

EXPORT Pop2()
BEGIN
 RETURN Pop1X(2);
END;

EXPORT Pop3()
BEGIN
 RETURN Pop1X(3);
END;

Die Programmiersprache erinnert ein wenig an Modula-2. Prozeduren und Variablen werden mittels EXPORT zugänglich gemacht. Alle anderen Prozeduren sind nur innerhalb des Programms sichtbar. Wird eine Prozedur ohne Parameter aufgerufen, erscheint eine Eingabemaske mit den Parameternamen. Wie man im Video sieht, läuft das obige Programm recht schnell ab, obwohl es wahrscheinlich interpretiert wird. Ich habe auch noch einen Versuch gemacht, die Mandelbrot-Menge zu zeichnen. Leider hat sich der Rechner dabei verabschiedet, obwohl das Programm im Emulator einwandfrei lief. Aber mit dem einen oder anderen Bug muss man bei einem Vorserien-Modell eben leben.

Mit Miniprogrammen kann man auch die Tastatur im USER Modus völlig neu gestalten. Dazu muss eine Prozedur mit vordefiniertem Namen erstellt werden (z.B. K_Sin(), um die SIN Taste zu belegen), welche eine Zeichenkette zurückgibt. Damit hat man höchstmögliche Flexibilität: alles, was man per Tastatur eingeben kann, lässt sich auch einer Taste zuweisen. Schön wäre es noch, wenn einem der Rechner Tipparbeit abnehmen und den Programmrahmen automatisch erstellen würde. Dann müsste man nur noch den gewünschten Text eintippen.

Die Programmiersprache dient auch dazu, eigene Apps zu schreiben. Die Beschreibung, die ich dazu hatte, war allerdings noch ein wenig rudimentär. Es wird zwar erwähnt, dass man gewisse vordefinierte Routinen überladen kann, aber ich habe noch keine Informationen gefunden, wie man z.B. nicht-triviale Eingabemasken erstellt. Ein Thema, mit dem ich mich sicher noch vertieft beschäftigen werde.

Der Emulator

Mit dabei ist auch ein HP Prime Emulator, der Windows 7/8 voraussetzt. Allerdings läuft er auch auf meinem Windows XP Computer soweit problemlos. Wie so oft werden Benutzer anderer Betriebssysteme (wie ich mit meinem MacBook) leider übergangen. Anyway, der Emulator ist eine tolle und nützliche Sache. Verbindet man Rechner und Computer, lassen sich auch Daten und Programme zwischen Emulator und HP Prime austauschen. So kann man wichtige Sachen auf dem Computer sichern, oder Programme auf dem Computer schreiben, wo es dank „richtiger“ Tastatur einfacher und schneller geht. Was ich noch vermisse, ist eine separate Backup-Funktion, mit der ich den gesamten Zustand auf einem Computer sichern kann.

Und da wären noch …

… viele andere erwähnenswerte Funktionen, die ich auf meinen Streifzügen nur angetestet habe. So zum Beispiel das Computer Algebra System (CAS), das symbolisches Rechnen ermöglicht. Oder der (von langjährigen HP Fans heissgeliebte) UPN Eingabemodus. Oder die leistungsfähigen Matrizen- und Listenfunktionen, Rechnen mit komplexen Zahlen, Templates für die einfache Eingabe häufig vor­kommender Ausdrücke, der grosse Funktionsumfang, der kaum Wünsche offen lässt, und so weiter. Der HP Prime hat eigentlich alles, was von einem Rechner dieser Preisklasse erwartet wird. Was vielleicht noch fehlt, sind 3D Funktionsgraphen, wie sie im Konkurrenzprodukt beworben werden. Der HP Prime wäre sicherlich leistungsfähig genug dazu. Aber dieses Zückerchen lässt sich auch noch nachreichen.

Das Konnektivitätskit soll den HP Prime auch in Schulklassen etablieren. Es ermöglicht Lehrern, Daten, Programme, Applikationen oder sonstigen Inhalt an die Schüler zu verteilen oder ganze Prüfungen abzuwickeln und auszuwerten. Dazu kann der Lehrer die Rechner in den Prüfungsmodus versetzen, um Missbräuche zu verhindern. Gesteuert werden diese Funktionen über ein PC Programm. Ausprobieren konnte ich das natürlich nicht, darum plappere ich nach, was ich darüber gelesen habe. Es ist aber erfreulich, dass HP auf diesem Gebiet TI mit innovativer Funktionalität Paroli bieten will. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist auch, dass der HP Prime mit dem HP StreamSmart Data Logger verbunden werden kann. Damit öffnet sich das grosse und spannende Gebiet der Messwerterfassung und -auswertung. Der HP Prime ist mit seinen graphischen Möglichkeiten, seiner Rechengeschwindigkeit und der komfortablen Programmierung geradezu prädestiniert für solche Anwendungen.

Grosses Potential

Da ich mich hobbymässig vor allem mit älteren HP Taschenrechnern beschäftige und in meinem Beruf eher selten einen Taschenrechner brauche (also kein Power User aktueller Taschenrechner bin), masse ich mir kein objektives Urteil über den HP Prime an. Was ich aber bisher gesehen und ausprobiert habe, gefällt mir sehr gut. Mit seinen vielfältigen Möglichkeiten eignet er sich für unterschiedliche Anwendungen, sei dies (wissenschaftlicher) Unterricht, Studium oder Beruf. Aus meiner Sicht ist der HP Prime eine Plattform mit grossem Potential, und ich bin gespannt auf zahlreiche Programme und Applikationen, welche Benutzer und auch HP selbst rund um diesen Rechner erschaffen werden!

Nach bisherigen Informationen wird der HP Prime ab 20. September für CHF 179.- erhätlich sein. Die Wartezeit kann man sich mit dem Emulator verkürzen, der jetzt auch offiziell erhältlich ist. Man kauft also keine Katze im Sack, sondern kann das Gerät – zumindest virtuell – ausprobieren, super!

Weiterführende Links

In den entsprechenden Foren (zumeist in Englisch) ist der HP Prime sehr präsent. Wer sich noch weiter informieren will, findet unter folgenden Links interessante Infos und Bilder.

Bilder

Obwohl ich die kurze Zeit natürlich lieber dazu genutzt habe, um mit dem HP Prime „rumzumachen“, habe doch noch ein paar Fotos gemacht.

HP Prime

HP Prime

HP Prime

HP Prime

HP Prime

12 Kommentare

  1. Vielen Dank für den wahrscheinlich ersten deutschen Bericht über diesen Taschenrechner. Die Programmiersprache gefällt mir, auch das der Rechner scheinbar nach aussen offen ist (Messwerterfassung) gefällt mir sehr gut. Die Fotos zusammen mit dem geliebten HP41 gefallen mir sehr gut 😉
    Danke nochmals und viele Grüsse
    Tobie

  2. Danke für die Lorbeeren 🙂
    Ich werde weiter am Prime Ball bleiben und mich näher mit der Programmierbarkeit beschäftigen. Ich hoffe, da fällt dann auch das eine oder andere Programm oder ein weiterer Artikel ab.

  3. Danke für den Bericht. Tönt interessant! Werde mir mal den Emulator anschauen & dann ev. über die Anschaffung dieses neuen Spielzeugs nachdenken (obschon eigentlich meine beiden alten HPs (15C & 34C) alles für meinen Alltag Notwendige bieten… ;-))

  4. Vielen Dank, ich bin ganz hin und weg über den sehr ausführlichen Bericht!

    „Nur angetestet: […] der (von langjährigen HP Fans heissgeliebte) UPN Eingabemodus.“

    Zu dieser Klientel gehöre auch ich. Über ein paar Worte über den UPN-Eingabemodus wäre ich sehr dankbar 🙂

  5. Super getestet, vielen Dank ! Mit dem Prime hat HP wieder einen starken Rechner erschaffen. Damit wird Mathe im wahrsten Sinn zum anfassen spannend.

    Als alter 41-User freue ich mich, dass UPN im Prime weiter lebt. Habe den Rechner soeben geordert und freue mich auf die Programmierung der Prime Aps.

  6. Als Nachtrag zum Preview, der mich wirklich sehr gespannt gemacht hat auf den neuen Rechner, möchte ich auch mal etwas Negatives sagen, wenn das erlaubt ist. Natürlich war ich sehr begeistert und habe mir bei erster Gelegenheit den Prime gekauft; gegenüber dem jetzt gefallenen Preis sogar zu teuer.
    Aber ich habe meine Probleme damit. Die Apps sind mir zu sehr beschränkt und das CAS ist nicht so offen, wie ich mir das gewünscht habe. Ich musste sogar für die Erstellung von Matheübungsaufgaben für meinen Sohn (algebr. Ausdrücke nach ‚x‘ auflösen) auf meinen alten HP-48SX zurückgreifen, um die Lösungen zu finden.
    Aber da wird es sicher noch Softwareupdates geben in Zukunft, so dass ich das zunächst abtun kann. Außerdem fehlt mir ein ausführliches Handbuch.
    Was für mich aber viel gravierender ist, ist die Tatsache, dass ich die Tastenbeschriftung nicht lesen kann. Jedenfalls solange nicht, bis ich den Rechner in sehr heller Umgebung verwende, was nicht immer gegeben ist … und dann hat man wieder Reflexionen auf dem Display und muss die Hinterleuchtung sehr hell machen. Ich finde diese hellblaue und hellorgange Beschriftung jedenfalls sehr, sehr anstrengend.

  7. Die Tastenbeschriftung in Orange macht auch mir einige Mühe! Vielleicht wurden da optische Aspekte über Bedienungsfreundlichkeit gestellt, oder vielleicht haben jüngere Benutzer einfach noch die besseren Augen 😉
    Der Prime musste auch auf dem hpmuseum.org Forum einige Kritik einstecken. Ich bin aber überzeugt, dass HP per Software-Updates noch einiges nachbessern und verbessern wird. Andererseits war es auch erstaunlich, welch grosses Echo der Rechner (gerade auf dem hpmuseum.org Forum) ausgelöst hat. HP hat dort ganz viele Experten zur Hand. Hoffen wir, dass dieses Know-How gut genutzt wird!

  8. Ich weiss nicht, ob sich HP mit dem Prime einen guten Dienst erwiesen hat. Habe den Rechner jetzt erst einige Tage, bin aber schon über verschiedene Bugs und Unzulänglichkeiten gestolpert. Beispiele: Eine Eingabe einer grossen Zahl für den Programm-Debugger ist nicht möglich, wenn z.B. ein Zahlenformat mit Trennzeichen eingestellt ist. Eine Umwandlung rechtwinklige/Polarkoordinaten ist mir im RPN Modus nicht gelungen. Im algebraischen Modus klappt es. Überhaupt ist der RPN Modus i.A. unvollständig bis fehlerhaft umgesetzt. Die schlechte Lesbarkeit der Tastaturbeschriftung fiel mir nach wenigen Minuten schon auf. Offenbar hat man die Farben von früheren HP Rechnern übernommen, aber nicht beachtet, dass die Tasten ja jetzt weiss sind. Es ist mir jedenfalls schleierhaft, wie so etwas auf dem Markt erscheinen kann. Schade um die eigentlich gute Hardware, denn der Rechner arbeitet schnell und die Tastatur und die Anzeige wären auch vernünftig. Hoffentlich bessert HP diese Software schnellstmöglich nach (aktuell 2014 3 31 (6030)). Schade, dass HP jetzt auch dazu übergegangen ist, unfertige Geräte an den Endbenutzer zu verteilen.

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